WHU-Praxisstudie: NextGens zwischen Erbe und Idealismus
In der WHU-Praxisstudie „NextGens zwischen Erbe und Idealismus“ (2022) untersuchen Julia Kaesemann, Prof. Dr. Nadine Kammerlander, Michelle Duffner und Vivian Görg, wie sich die Nachfolgegeneration in Unternehmerfamilien gesellschaftlich engagiert. Die Publikation entstand in Kooperation mit der PHINEO gAG und wurde durch die Bill & Melinda Gates Foundation sowie die GIZ unterstützt. Grundlage der Untersuchung bilden quantitative Umfragen und qualitative Interviews mit über 100 NachfolgerInnen aus dem deutschsprachigen Raum.
Die Ergebnisse zeigen, dass sich NextGens vielfältig engagieren – privat, unternehmerisch oder im familiären Kontext. Ihr Engagement ist meist intrinsisch motiviert und wird stark durch familiäre Werte geprägt. Besonders Bildung, Umwelt und soziale Gerechtigkeit stehen im Fokus. Dabei wollen viele der Befragten nicht nur Bestehendes fortführen, sondern bewusst neue Akzente setzen. Im Vergleich zu früheren Generationen verfolgen sie häufiger strategische und systemisch orientierte Ansätze und streben eine stärkere Integration gesellschaftlicher Verantwortung ins Kerngeschäft an.
Die Studie verdeutlicht auch die Spannungsfelder, in denen sich NextGens bewegen: zwischen individuellen Idealen, familiärer Tradition und gesellschaftlichen Erwartungen. Hindernisse wie fehlende Zeit, Fachwissen oder interne Widerstände erschweren mitunter das Engagement. Dennoch formulieren viele NextGens den Wunsch nach mehr Austausch, mutigerem Handeln und einem offeneren Umgang mit Themen wie Impact Investing oder Verantwortungseigentum – als Ausdruck eines neuen Selbstverständnisses im Generationenwandel der Familienunternehmen.
| Titel und Untertitel | NextGens zwischen Erbe und Idealismus: Wie engagiert sich die neue Generation der FamilienunternehmerInnen im deutschsprachigen Raum? |
| Autor | Julia Kaesemann, Michelle Duffner, Nadine Kammerlander, Vivian Görg |
| Jahr | 2022 |
| Keywords | NextGen, Unternehmensnachfolge |
| Art | Studien |








