Schriften zu Familienunternehmen – Band 36

Das Familienunternehmen als selbstgesteuerte Organisation

Zwischen patriarchalen und postpatriarchalen Strukturen
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    Das Familienunternehmen als selbstgesteuerte Organisation
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In Band 36 der Reihe „Schriften zu Familienunternehmen“, herausgegeben von Tom A. Rüsen, Heiko Kleve und Arist von Schlippe, untersucht Eva Hohenberger unter dem Titel „Das Familienunternehmen als selbstgesteuerte Organisation. Zwischen patriarchalen und postpatriarchalen Strukturen“ (2026) auf Grundlage einer systemtheoretisch fundierten Organisationsperspektive, wie Familienunternehmen den Übergang von patriarchal geprägten Führungs- und Entscheidungsstrukturen hin zu selbstgesteuerten Organisationsformen gestalten. Ausgangspunkt ist die Beobachtung tiefgreifender gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Veränderungen, die klassische, personenbezogene Entscheidungslogiken zunehmend unter Druck setzen, insbesondere im Kontext von Nachfolgeprozessen in eigentümergeführten Familienunternehmen.

Theoretisch verortet die Arbeit Familienunternehmen als ko-evolutionäre Systeme aus Familie, Unternehmen und Eigentum und verbindet diesen Ansatz mit dem Konzept selbstgesteuerter Organisationen, das auf formalisierter Dezentralisierung von Entscheidungsbefugnissen basiert. Hohenberger arbeitet heraus, inwiefern selbstgesteuerte Organisationsstrukturen als spezifische Ausprägung postpatriarchaler Verhältnisse verstanden werden können und welche Spannungen sich aus der gleichzeitigen Präsenz familiärer Einflusslogiken ergeben. Entscheidungsunsicherheit dient dabei als zentrales analytisches Leitkonzept zur Beschreibung organisationaler Dynamiken.

Empirisch basiert die Studie auf qualitativen Fallanalysen dreier klein- und mittelständischer Familienunternehmen im deutschsprachigen Raum, die im Zuge eines Musterwechsels selbstgesteuerte Organisationsstrukturen implementiert haben. Die Untersuchung rekonstruiert Reformkontexte, formale Spielregeln sowie typische Handlungsmuster im Übergang und analysiert differenziert die Formen familiären Einflusses in diesen Prozessen. Damit leistet die Arbeit sowohl einen theoretischen Beitrag zur Organisationsforschung im Kontext von Familienunternehmen als auch praxisrelevante Impulse für Unternehmerfamilien, die sich mit Fragen von Dezentralisierung, Führung und postpatriarchaler Erneuerung auseinandersetzen.

Autor/-in:

Erscheinungsjahr:

2026

Publikationsart:

WIFU-Schriftenreihe

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