Die größten Familienunternehmen in Deutschland

In der Studie „Die größten Familienunternehmen in Deutschland“, herausgegeben vom Institut für Mittelstandsforschung Bonn (2010), analysieren Ljuba Haunschild, Frank Wallau, Sven Boerger, Melanie Macke und Hans-Eduard Hauser die volkswirtschaftliche Bedeutung großer Familienunternehmen auf Basis einer umfassenden Datenbankauswertung. Im Fokus stehen Familienunternehmen mit einem Jahresumsatz von mindestens 50 Millionen Euro, deren Struktur, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit sowie ihre Rolle für Beschäftigung und Wertschöpfung in Deutschland systematisch untersucht werden.

Die Studie entwickelt zunächst eine differenzierte Definition von Familienunternehmen und unterscheidet zwischen familiengeführten und familienbeherrschten Unternehmen. Auf dieser Grundlage wird eine konsolidierte Datenbank erstellt, die sowohl Konzernmütter als auch wirtschaftlich selbstständige Einheiten erfasst. Die AutorInnen analysieren die Verteilung der großen Familienunternehmen nach Branchen, Umsatz- und Beschäftigtengrößenklassen, Rechtsformen, regionaler Verankerung und Eigentümerstrukturen. Dabei wird deutlich, dass große Familienunternehmen trotz ihres geringen Anteils an der Gesamtzahl aller Unternehmen einen erheblichen Beitrag zu Umsatz und Beschäftigung leisten.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Bilanz- und Erfolgskennzahlenanalyse. Untersucht werden unter anderem Eigenkapitalquoten, Verschuldungsstrukturen, Rentabilitätskennzahlen sowie Investitions- und Exportquoten. Die Ergebnisse zeigen, dass große Familienunternehmen im Durchschnitt über eine vergleichsweise solide Eigenkapitalausstattung verfügen und sich im betrachteten Zeitraum wirtschaftlich dynamischer entwickeln als viele andere Großunternehmen. Die Studie liefert damit eine empirisch fundierte Grundlage für das Verständnis der ökonomischen Bedeutung und besonderen Finanzierungslogiken großer Familienunternehmen in Deutschland.

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