Die internationale Unternehmerfamilie

Unterschiede und Gemeinsamkeiten in kulturvergleichender Perspektive
  • Cover des WIFU-Forschungsreports „Die internationale Unternehmerfamilie – Unterschiede und Gemeinsamkeiten in kulturvergleichender Perspektive“ von Tobias Köllner.
    Die internationale Unternehmerfamilie

    mit einem Vorwort von Tom A. Rüsen

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Der Forschungsreport  untersucht, wie Unternehmerfamilien in unterschiedlichen kulturellen Kontexten ihre langfristige Fortführung gestalten. Grundlage sind 143 qualitative Interviews mit Mitgliedern von Unternehmerfamilien aus Deutschland, Peru, Russland, China, Indien und Bahrain. Im Mittelpunkt steht nicht das Familienunternehmen selbst, sondern die Familie hinter dem Unternehmen: Wie entstehen Zugehörigkeit und Zusammenhalt, wie werden Wissen und Werte weitergegeben und wie bleibt eine Unternehmerfamilie über Generationen hinweg entscheidungs- und handlungsfähig?

Der internationale Vergleich zeigt deutliche Unterschiede in Familienformen, Wertvorstellungen, Governance-Strukturen, Nachfolgemustern und der Rolle von Frauen. Zugleich identifiziert der Forschungsreport kulturübergreifende Grundaufgaben, vor denen Unternehmerfamilien in allen sechs untersuchten Kontexten stehen. Diese Erkenntnisse bündelt Tobias Köllner im Konzept des „Doing Business Family“. Es versteht Unternehmerfamilien nicht als statische Gebilde, sondern als soziale Systeme, die durch fortlaufende Interaktionen immer wieder neu hergestellt werden. Verwandtschaft und gemeinsames Eigentum bilden dabei die Grundlage; entscheidend für die transgenerationale Fortführung sind drei miteinander verbundene Prozesse: emotionale Bindung und Identifikation, Wissenstransfer und Werteweitergabe sowie Organisation und Beziehungsmanagement.

Aus den Forschungsergebnissen leitet der Report konkrete Impulse für die Gestaltung von Unternehmerfamilien ab. Narrative, Rituale und regelmäßige Begegnungen können Identifikation und Zusammenhalt stärken, während Erziehung, Sozialisation, Ausbildung und Rollenmodelle den generationenübergreifenden Wissenstransfer unterstützen. Familienstrategien, Familienverfassungen und klare Regeln schaffen zudem Orientierung für Mitgliedschaft, Verantwortlichkeiten und Entscheidungsprozesse. Der Forschungsreport eröffnet damit insbesondere deutschen Unternehmerfamilien die Möglichkeit, die eigene Praxis aus einer kulturvergleichenden Perspektive zu reflektieren und tragfähige Strukturen für Zusammenhalt, Nachfolge und langfristige Handlungsfähigkeit zu entwickeln.

Autor/-in:

Erscheinungsjahr:

2026

Publikationsart:

Studien

Keywords:

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