Die Organisation der Unternehmerfamilie in Stämmen

Strategien und Maßnahmen zur Prävention von Konflikten
  • Titelbild des Praxisleitfadens „Die Organisation der Unternehmerfamilie in Stämmen“ mit aufgereihten Streichhölzern, eines davon entzündet, vor dunklem Hintergrund sowie dem Logo der WIFU-Stiftung.
    Die Organisation der Unternehmerfamilie in Stämmen

    Mit einem Vorwort von Arist von Schlippe

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Im Praxisleitfaden „Die Organisation der Unternehmerfamilie in Stämmen – Strategien und Maßnahmen zur Prävention von Konflikten“, herausgegeben von der WIFU-Stiftung (2022), analysiert Jakob Ammer die stammesbasierte Organisation von Unternehmerfamilien und deren Auswirkungen auf Familie und Unternehmen. Auf Grundlage seiner wissenschaftlichen Arbeit geht der Autor der Frage nach, unter welchen Bedingungen Stammesstrukturen zur Stabilisierung oder zur Gefährdung transgenerationaler Familienunternehmen beitragen.

Der Leitfaden definiert die Stammesorganisation als rechtlich und organisatorisch verankerte Bündelung von Gesellschaftern entlang familiärer Linien und arbeitet typische Motive für ihre Einführung heraus, darunter Gleichheitsvorstellungen innerhalb der Familie, der Wunsch nach Einstimmigkeit in Gesellschafterentscheidungen sowie die Sicherung von Machtpositionen innerhalb der Geschwistergeneration. Systematisch werden sowohl Chancenpotenziale wie vereinfachte Willensbildung, verbesserter Informationsfluss und integrative Effekte als auch erhebliche Risiken analysiert. Dazu zählen insbesondere Stammesrivalitäten, Entscheidungsblockaden, suboptimale Gremienbesetzungen und die Eskalation intergenerationaler Konfliktdynamiken.

Ein zentrales Element des Leitfadens ist die Typologie von vier Formen der Stammesorganisation – Individualisten, Assimilisten, Bikulturalisten und Separatisten –, die mithilfe sozialpsychologischer Konzepte der Identität und Gruppenzugehörigkeit differenziert werden. Diese Typisierung ermöglicht Unternehmerfamilien eine reflektierte Einordnung der eigenen Struktur und zeigt, dass nicht die Existenz von Stämmen per se problematisch ist, sondern deren unbeachtete Dynamiken und fehlendes Binnengrenzenmanagement. Der Leitfaden liefert damit eine fundierte Entscheidungs- und Reflexionsgrundlage für Familien, Berater und Gremien, die stammesbasierte Organisationsformen bewusst gestalten oder kritisch überprüfen wollen.

Autor/-in:

Erscheinungsjahr:

2022

Publikationsart:

Praxisleitfäden

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