Die Verantwortung der Unternehmerfamilie

Eine sozial- und systemtheoretische Perspektive

Im FuS-Beitrag „Die Verantwortung der Unternehmerfamilie“ (2026) analysiert Heiko Kleve Verantwortung aus sozial- und systemtheoretischer Perspektive. Verantwortung wird dabei nicht nur als individuelle Pflicht verstanden, sondern als kommunikatives Zurechnungsverhältnis innerhalb sozialer Systeme. In Unternehmerfamilien entsteht Verantwortung insbesondere aus der Wechselwirkung zwischen Familie, Eigentum und Unternehmen – drei sozialen Kontexten, die jeweils eigene Erwartungen und Rollen hervorbringen.

Der Beitrag zeigt, dass Unternehmerfamilien zugleich Familienmitglieder, Eigentümer und Unternehmerrollen vereinen müssen. Diese Rollen bringen unterschiedliche Verantwortungsformen mit sich: Familienverantwortung umfasst Fürsorge und generationale Beziehungen, Eigentumsverantwortung bezieht sich auf den verantwortungsvollen Umgang mit Unternehmensanteilen, und Unternehmensverantwortung betrifft die Führung und Entwicklung des Unternehmens gegenüber Mitarbeitenden, Kunden und weiteren Stakeholdern.

Ein zentraler Aspekt ist die transgenerationale Perspektive von Unternehmerfamilien. Verantwortung richtet sich nicht nur auf die Gegenwart, sondern auf die Weitergabe des Unternehmens an kommende Generationen. Unternehmerfamilien entwickeln deshalb spezifische Organisationsformen, etwa Familienräte oder Governance-Strukturen, um Verantwortung über Generationen hinweg zu koordinieren. In diesem Zusammenspiel wird die Unternehmerfamilie zum zentralen Identifikations- und Verantwortungsträger des Familienunternehmens.

Autor/-in:

Erscheinungsjahr:

2026

Publikationsart:

Praxisartikel

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