Digitalisierung in deutschen Familienunternehmen

Empirische Befunde zu Status quo, Zielsetzungen und Erfolgsfaktoren

In der Studie „Digitalisierung in deutschen Familienunternehmen – Empirische Befunde zu Status quo, Zielsetzungen und Erfolgsfaktoren“ (2022) untersuchen Thomas Clauß, Jörn H. Block, Matthias Johann, Solvej Lorenzen und Maren Bendel den Stand der digitalen Transformation im deutschen Mittelstand mit besonderem Fokus auf Familienunternehmen. Grundlage ist eine großzahlige empirische Befragung von 525 mittelständischen Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes, von denen der überwiegende Teil als Familienunternehmen klassifiziert ist.

Die Studie zeigt, dass Familienunternehmen im Vergleich zu Nicht-Familienunternehmen insgesamt einen geringeren Digitalisierungsgrad aufweisen, insbesondere bei der Digitalisierung von Geschäftsmodellen. Während Prozesse in Bereichen wie Einkauf und Verwaltung bereits vergleichsweise stark digitalisiert sind, besteht vor allem bei radikaleren, geschäftsmodellbezogenen Innovationen Aufholbedarf. Gleichzeitig verfolgen Familien- und Nicht-Familienunternehmen ähnliche Digitalisierungsziele: Effizienzsteigerung, Kostenreduktion sowie Agilität und Flexibilität stehen deutlich vor wachstumsorientierten Zielen.

Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung ist die besondere Rolle der Eigentümerinnen und Eigentümer als Treiber der Digitalisierung in Familienunternehmen. Ein hoher Eigentümereinfluss wirkt sich signifikant positiv auf den Digitalisierungsgrad aus, unabhängig von der Generationenzugehörigkeit des Unternehmens. Ergänzend identifiziert die Studie strategische Klarheit, Risikobereitschaft und flache Hierarchien als förderliche Rahmenbedingungen. Insgesamt belegt die Analyse zudem, dass ein höherer Digitalisierungsgrad mit einer verbesserten Unternehmensperformance einhergeht, und liefert damit fundierte Handlungsimpulse für Unternehmerfamilien, Management und wirtschaftspolitische Akteure.

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