Im Buch „Enkelfähig wirtschaften – Familienunternehmen in Deutschland“ (2022) analysieren Tom A. Rüsen, Fabian Kienbaum, Arndt Kirchhoff und Victoria Steiner die besondere Rolle von Familienunternehmen in der deutschen Wirtschaft und Gesellschaft. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass Familienunternehmen trotz ihrer wirtschaftlichen Bedeutung häufig unsichtbar bleiben und zugleich mit hartnäckigen Klischees konfrontiert sind. Das Werk verfolgt das Ziel, Familienunternehmertum differenziert darzustellen und dessen transgenerationale Logik verständlich zu machen.
Inhaltlich verbindet das Buch wirtschaftssoziologische, historische und organisationsbezogene Perspektiven. Zentrale Themen sind das Spannungsfeld zwischen Familie und Unternehmen, die Professionalisierung der Unternehmerfamilie durch Familienstrategie und -verfassung sowie der Umgang mit Nachfolge, Motivation der NextGen und Generationenkonflikten. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Gedanken der „Enkelfähigkeit“ als Leitmotiv nachhaltigen Wirtschaftens, das nicht allein ökonomische Stabilität, sondern auch Werte, Verantwortung und gesellschaftliche Legitimation umfasst.
Ergänzt wird die Analyse durch Praxisbeispiele, Interviews und konzeptionelle Modelle wie das „3-M-Modell“ (Menschen machen Marken, Marken machen Märkte). Das Buch zeigt, wie Unternehmerfamilien ihre Identität, Governance-Strukturen und Eigentümerkompetenz aktiv gestalten können, um langfristig handlungsfähig zu bleiben. Damit leistet die Publikation einen grundlegenden Beitrag zum Verständnis von Familienunternehmen als eigenständige Organisationsform und liefert zugleich Orientierungswissen für Unternehmerfamilien, Berater und Wissenschaft.
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Familienunternehmen
Generationen
Governance
Krisenmanagement
Nachfolge
Nachhaltigkeit
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