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Im Vortrag „Erziehung im Kontext von Unternehmerfamilien“ (2019) beleuchtet Prof. Dr. Heiko Kleve ein bislang noch junges Forschungsfeld an der Schnittstelle von Unternehmerfamilie, Familienunternehmen und Nachfolge. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Kinder und Jugendliche in Unternehmerfamilien aufwachsen und welche Rolle Erziehung dabei spielt, Verantwortung für Unternehmen, Vermögen und Gesellschafterrolle über Generationen hinweg weiterzugeben.
Kleve unterscheidet zunächst zwischen Sozialisation und Erziehung. Während Sozialisation als lebenslanger, weitgehend selbstorganisierter Prägungsprozess verstanden wird, beschreibt Erziehung den Versuch, diesen Prozess gezielt zu beeinflussen. Dabei greift der Vortrag auf systemtheoretische Überlegungen Niklas Luhmanns zurück und zeigt, dass Kinder nicht einfach „geformt“ werden können, sondern auf Anregungen stets eigenständig reagieren.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den drei Dimensionen der Erziehung: Kognition, Emotion und Aktion. Für Unternehmerfamilien werden diese Dimensionen durch das Familienunternehmen, Vermögen und transgenerationale Verantwortung besonders gerahmt. Der Vortrag zeigt, dass Kinder in Unternehmerfamilien häufig eine starke Werteorientierung entwickeln – etwa in Bezug auf Bescheidenheit, Sparsamkeit, Verantwortungsbewusstsein und Nachhaltigkeit. Damit bietet der Beitrag wichtige Impulse für Unternehmerfamilien, die Erziehung nicht nur als private Aufgabe, sondern auch als Teil einer langfristigen Familienstrategie verstehen.
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Keywords:
Erziehung
Sozialisation
Systemtheorie
Unternehmerfamilie
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