Herausforderungen der Unternehmensübergabe: Unternehmen zwischen Fortführung und Stilllegung

  • Titelseite der IfM-Materialien Nr. 286 mit weißem Hintergrund, orangefarbener Überschrift „IfM-Materialien“, grauem Vertikalstreifen sowie IfM-Bonn-Logo; Titel „Herausforderungen der Unternehmensübergabe: Unternehmen zwischen Fortführung und Stilllegung“.
    Herausforderungen der Unternehmensübergabe: Unternehmen zwischen Fortführung und Stilllegung
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In der Studie „Herausforderungen der Unternehmensübergabe: Unternehmen zwischen Fortführung und Stilllegung“ (2021) untersuchen André Pahnke, Susanne Schlepphorst und Nadine Schlömer-Laufen erstmals für Deutschland systematisch, wie häufig übergabereife Unternehmen im geplanten Übergabezeitraum dennoch stillgelegt werden. Auf Basis von Paneldaten wird gezeigt, dass rund ein Viertel der Betriebe, die zwischen 2012 und 2016 eine Übergabe planten, in diesem Zeitraum aus dem Markt ausschieden. Damit rückt die Studie die oft unterschätzte Gefahr des Scheiterns von Nachfolgeprozessen in den Mittelpunkt der wirtschaftspolitischen und unternehmerischen Diskussion.

Im analytischen Fokus stehen die Einflussfaktoren, die den Fortbestand oder die Stilllegung übergabereifer Unternehmen begünstigen oder hemmen. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass kleinere Betriebe sowie Unternehmen mit schwacher Ertragslage, geringer Exportorientierung oder niedrigen Investitionen ein signifikant höheres Stilllegungsrisiko aufweisen. Demgegenüber erweisen sich familieninterne Nachfolgelösungen als vergleichsweise stabilisierend, da sie mit einer deutlich höheren Wahrscheinlichkeit des Fortbestands verbunden sind. Die AutorInnen zeigen zudem, dass Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit zentrale Kriterien für die Attraktivität eines Unternehmens aus Sicht potenzieller Nachfolger darstellen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Studie liegt auf dem Investitionsverhalten im Vorfeld geplanter Übergaben. Die Analysen belegen einen ausgeprägten Investitionsrückgang („Investitionsstau“), der sich bei später stillgelegten Betrieben besonders deutlich zeigt und auf einen sogenannten „shadow of death“-Effekt hinweist. Aus den Befunden leiten die AutorInnen die Notwendigkeit besserer Information, realistischer Selbsteinschätzung und frühzeitiger Planung ab. Die Studie liefert damit einen wichtigen empirischen Beitrag zum Verständnis von Unternehmensnachfolge als kritischer Phase im Lebenszyklus von Familien- und Mittelstandsunternehmen und setzt relevante Impulse für Beratung, Verbände und Wirtschaftspolitik.

Erscheinungsjahr:

2021

Publikationsart:

Studien

Keywords:

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