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Im Interview „Seelische Gesundheit in Unternehmerfamilien“ (2022) sprechen Heiko Kleve und Lina Nagel Wilkening mit Fritz B. Simon über systemische Erklärungsmuster für psychische Belastungen in Unternehmerfamilien. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die enge Kopplung von Familie und Unternehmen besondere Spannungsfelder erzeugt – insbesondere für potenzielle NachfolgerInnen.
Fritz B. Simon erläutert, dass Unternehmerfamilien häufig mit widersprüchlichen Erwartungen zwischen Bindung und Autonomie konfrontiert sind. NachfolgerInnen erleben nicht selten den Druck, einer familiären und unternehmerischen Aufgabe gerecht zu werden, während eigene Lebensentwürfe unklar bleiben oder kaum entwickelt werden können. Konzepte wie „bezogene Individuation“ und „Doppelbindung“ helfen, diese Dynamiken besser zu verstehen.
Das Gespräch macht deutlich, wie wichtig ein bewusster Umgang mit den unterschiedlichen Spielregeln von Familie und Unternehmen ist. Eine klare Kommunikation, die Enttabuisierung psychischer Belastungen und die Entwicklung echter Alternativen zur Unternehmensnachfolge können dazu beitragen, Risiken zu reduzieren und die seelische Gesundheit in Unternehmerfamilien zu stärken.
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Psychische Belastungen
Seelische Gesundheit
Unternehmerfamilie
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