Im Artikel ‚Postpatriarchale Phase‘ (pw 4.2013) von Torsten Groth, Tom Rüsen und Arist von Schlippe wird ein grundlegender Umbruch in Mehr-Generationen-Unternehmerfamilien thematisiert. Die traditionelle patriarchale Führung, die über Generationen hinweg stabil war, wird zunehmend hinterfragt und es besteht die Notwendigkeit, neue Formen gemeinschaftlicher Familienführung zu entwickeln. Die Autoren beleuchten die Herausforderungen, die mit diesem Wandel einhergehen, insbesondere in Bezug auf die Nachfolge und die damit verbundenen Konflikte.
Die Untersuchung stützt sich auf theoretische Konzepte der sozialen Muster und der Unsicherheitsabsorption, die die Dynamik innerhalb patriarchaler Systeme erklären. Die Autoren argumentieren, dass die patriarchale Führung als mentales Modell fungiert, das die Entscheidungsfindung auf eine Person konzentriert. Diese Konzentration führt zu einer Entlastung der anderen Familienmitglieder, birgt jedoch auch die Gefahr, dass die Familie in der postpatriarchalen Phase Schwierigkeiten hat, die Leerstelle des Patriarchen zu füllen und kollektive Entscheidungsprozesse zu etablieren.
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass Unternehmerfamilien in der postpatriarchalen Phase lernen müssen, Verantwortung zu teilen und Konflikte gemeinsam zu bewältigen. Der Übergang zu einem neuen Führungsmodell erfordert Zeit und die Entwicklung tragfähiger Verfahren, um die Entscheidungsfähigkeit zu stärken. Langfristig kann dies zu einer gerechteren und effektiveren Entscheidungsfindung führen, die sowohl dem Unternehmen als auch der Unternehmerfamilie zugutekommt.
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Familienführung
Generationswechsel
Konfliktpotenzial
Patriarchat
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