Stichwort Konfliktpsychologie

Gerechtigkeit und Empörung

Im Artikel ‚Stichwort Konfliktpsychologie. Gerechtigkeit und Empörung‘ von Arist von Schlippe und Franziska von Kummer (FuS 4/2021) wird die Beziehung zwischen Gerechtigkeit, Empörung und eskalierten Konflikten untersucht. Der Fokus liegt auf Beziehungskonflikten, die häufig aus vorhergehenden Aufgaben- und Prozesskonflikten entstehen und sich durch eine lange Vorgeschichte auszeichnen. Diese Konflikte neigen zur Eskalation, da sie oft nicht mehr sachlich, sondern emotional geführt werden.

Die AutorInnen beleuchten, dass das Empfinden von verletzter Gerechtigkeit eine zentrale Rolle in eskalierten Konflikten spielt. Sie argumentieren, dass die Wahrnehmung von Gerechtigkeit subjektiv ist und stark von individuellen Erfahrungen abhängt. In Familien, insbesondere in Unternehmerfamilien, wird das Gerechtigkeitsempfinden häufig durch persönliche „Kontoauszüge“ geprägt, die nicht überprüfbar sind und zu Missverständnissen führen können.

Die Ergebnisse des Artikels zeigen, dass ein Verständnis für die unterschiedlichen Gerechtigkeitsvorstellungen der Beteiligten entscheidend ist, um Eskalationen zu vermeiden. Die AutorInnen empfehlen, in Konfliktsituationen besonnen zu reagieren und die eigene Empörung zu hinterfragen, um konstruktive Lösungen zu finden. Dies ist besonders relevant für Unternehmerfamilien, die oft mit einem Gerechtigkeitsparadox konfrontiert sind, wenn familiäre und unternehmerische Logiken aufeinanderprallen.

Erscheinungsjahr:

2021

Publikationsart:

Praxisartikel

Keywords:

Ähnliche Artikel

Callista Chat

Hallo, ich bin Callista!
Haben Sie eine Frage aus dem Themenfeld "Familienunternehmen und Unternehmerfamilien"?