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Im Vortrag „The Paradox of the Duplicated Family Business Families Part I“ (2023) führt Prof. Dr. Arist von Schlippe in das Konzept der duplizierten Unternehmerfamilie ein. Aus der Perspektive der sozialen Systemtheorie zeigt er, warum Unternehmerfamilien keine „normalen“ Familien sind, sondern dauerhaft mit widersprüchlichen Erwartungen umgehen müssen: Sie sind zugleich Familie, Eigentümerkreis und mit dem Unternehmen verbundenes soziales System.
Der Vortrag verdeutlicht, dass Konflikte in Unternehmerfamilien häufig aus unterschiedlichen Kontextlogiken entstehen. Während Familienkommunikation auf Zugehörigkeit, Gleichbehandlung und emotionale Bindung ausgerichtet ist, folgt die Unternehmenslogik Kriterien wie Leistung, Entscheidung, Verantwortung und Zukunftsfähigkeit. Besonders in Fragen von Nachfolge, Eigentum und Gerechtigkeit entstehen dadurch paradoxe Situationen: Was aus Sicht der Familie richtig erscheint, kann aus Sicht des Unternehmens problematisch sein – und umgekehrt.
Prof. Dr. Arist von Schlippe macht anhand zahlreicher Beispiele deutlich, wie wichtig sogenannte Kontextmarker für gelingende Kommunikation sind. Fehlen klare Hinweise darauf, ob gerade in der Logik der Familie, der Unternehmerfamilie oder des Unternehmens gesprochen wird, entstehen Missverständnisse und Konflikte. Der Vortrag bietet damit eine grundlegende theoretische Einführung in die Polycontexturalität von Unternehmerfamilien und schafft die Basis für das Verständnis des zweiten Vortragsteils.
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Keywords:
Familienunternehmen
Family Governance
Paradoxien
Verdoppelte Familie
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