Der in 5/2024 erschienene FuS-Artikel ‚Überleben in unwirtlichen Zeiten‘ von Heiko Kleve, Britta Boyd und Tobias Kranz thematisiert, wie Familienunternehmen die Herausforderungen während der NS-Zeit zwischen 1933 und 1945 bewältigten. Die AutorInnen untersuchen die Narrationen und Narrative, die aus qualitativen Interviews mit UnternehmenseigentümerInnen der Maschinenbaubranche sowie aus historischen Dokumenten abgeleitet wurden. Ziel ist es, die Resilienz und die Überlebensstrategien dieser Unternehmen in einer extremen Krisensituation zu analysieren und deren transgenerationale Weitergabe zu beleuchten.
Die methodische Grundlage der Untersuchung bildet eine multiple Fallstudie, in der die AutorInnen qualitative Inhaltsanalysen der Interviews und historischen Dokumente durchführen. Die Differenzierung zwischen Narration und Narrativ wird als zentraler Aspekt hervorgehoben, wobei Narrationen konkrete Erzählungen darstellen, während Narrative die dahinterliegenden, abstrakten Strukturen bilden. Die Ergebnisse zeigen, dass Unternehmen unterschiedliche Narrative nutzen, um ihre Resilienz und Anpassungsfähigkeit an die NS-Zeit zu kommunizieren und zu rechtfertigen.
Die Ergebnisse der Studie haben weitreichende Implikationen für Unternehmerfamilien, insbesondere in Bezug auf Governance und die transgenerationale Weitergabe von Werten. Die AutorInnen argumentieren, dass das Verständnis der eigenen Geschichte und der Umgang mit der Vergangenheit entscheidend für die zukünftige Identität und die strategische Ausrichtung von Familienunternehmen sind. Die Narrationen bieten nicht nur Einblicke in die Überlebensstrategien, sondern auch in die moralischen und ethischen Herausforderungen, mit denen die Unternehmen konfrontiert waren.
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Langlebigkeit
Narrative
Resilienz
Unternehmerfamilie
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