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Im Vortrag „Von den drei Kreisen zur verdoppelten Familie“ (2020) erläutert Prof. Dr. Arist von Schlippe zentrale Grundlagen der Wittener Theorie des Familienunternehmens und der Unternehmerfamilie. Ausgangspunkt ist das Drei-Kreis-Modell, das Familie, Unternehmen und Eigentum als unterschiedliche Kommunikationssysteme beschreibt. Im Mittelpunkt steht die Frage, warum diese Systeme nach teils widersprüchlichen Logiken funktionieren und Mitglieder von Unternehmerfamilien dadurch immer wieder in paradoxe Situationen geraten.
Der Beitrag zeigt, dass Familie vor allem auf Bindung, Zugehörigkeit und persönliche Beziehungen ausgerichtet ist, während Unternehmen nach Entscheidungsfähigkeit, Funktion und Leistungslogik operieren. Gerade in Unternehmerfamilien überlagern sich diese Erwartungen häufig: Gespräche am Familientisch können strategische Unternehmensfragen berühren, während im Unternehmen familiäre Rollen und Beziehungen wirksam bleiben. Dadurch entstehen Spannungen, etwa bei Nachfolge, Gerechtigkeit, Rollenklärung oder der Verteilung von Verantwortung.
Als zentrale Antwort auf diese Paradoxien stellt der Vortrag das Konzept der „verdoppelten Familie“ vor. Unternehmerfamilien müssen demnach zugleich Familie bleiben und sich als organisierte Unternehmerfamilie verstehen, die klare Kommunikations- und Entscheidungsstrukturen entwickelt. Der Beitrag macht deutlich, warum Familienstrategie ein wichtiger Rahmen ist, um diese Doppelrolle bewusst zu gestalten und sowohl familiäre Verbundenheit als auch unternehmerische Entscheidungsfähigkeit langfristig zu sichern.
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Drei-Kreis-Modell
Familienunternehmen
Kommunikationssysteme
Paradoxien
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