Weit über reine Technologie hinaus

KI als Strategiefrage der Eigentümerfamilie

Im Artikel „Weit über reine Technologie hinaus – KI als Strategiefrage der Eigentümerfamilie“ (2026) analysieren Prof. Dr. Anne Heider, Marcus Diekmann und Henry Nolden-Temke die strategische Bedeutung Künstlicher Intelligenz für Familienunternehmen. Im Zentrum steht die Frage, warum KI in diesem Unternehmenstyp nicht allein als technologische Investition verstanden werden kann, sondern stets auch Ausdruck der Werte, Kontrollvorstellungen und Zukunftsbilder der Eigentümerfamilie ist.

Auf Basis qualitativer ExpertInnen-Interviews zeigen die AutorInnen, dass Eigentümerperspektiven die Entwicklung und Umsetzung von KI-Strategien strukturell prägen. Entscheidungslogiken wie Kontrolle, Identifikation, soziale und emotionale Bindungen sowie generationenübergreifende Erneuerung beeinflussen, ob, wo und in welcher Geschwindigkeit KI eingesetzt wird. Damit wird deutlich: Die zentrale Herausforderung liegt weniger in der technologischen Machbarkeit als in der strategischen Einbettung von KI in eigentümerspezifische Governance-, Daten- und Risikostrukturen.

Der Beitrag unterscheidet drei idealtypische KI-Strategien in Familienunternehmen: eine kontroll- und sicherheitsorientierte, eine innovationsorientierte sowie eine sozial stabilisierende Ausrichtung. Diese Typen verdeutlichen, dass es keine universelle KI-Strategie für Familienunternehmen geben kann. Vielmehr müssen Eigentümerfamilien zunächst klären, welche Rolle sie im Transformationsprozess einnehmen wollen – als Schutzinstanz, InnovationstreiberInnen oder sozial moderierende Kraft. Der Artikel liefert damit einen wichtigen Impuls für Familienunternehmen, die Künstliche Intelligenz verantwortungsbewusst, werteorientiert und zukunftsfähig gestalten möchten.

Erscheinungsjahr:

2026

Publikationsart:

Praxisartikel

Keywords:

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