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In dem Vortrag „WIFU meets Anthropology“ (2019) führt Dr. Tobias Köllner in die ethnologische Perspektive auf Familienunternehmen und Unternehmerfamilien ein. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Kulturvergleich, teilnehmende Beobachtung und „dichte Beschreibung“ dazu beitragen können, die Familie hinter dem Familienunternehmen besser zu verstehen. Köllner zeigt, dass Ethnologie dort besonders aufschlussreich ist, wo vermeintliche Selbstverständlichkeiten irritiert werden und neue Deutungen sozialer Praktiken erforderlich sind.
Der Vortrag ordnet familienunternehmerische Forschung in größere sozial- und kulturwissenschaftliche Zusammenhänge ein. Ausgehend von Max Webers Unterscheidung zwischen Wirtschaften und wirtschaftlich orientiertem Handeln macht Köllner deutlich, dass Familienunternehmen nicht allein über ökonomische Zweckrationalität erklärbar sind. Vielmehr müssen Verwandtschaft, Vertrauen, Tradition, Netzwerke und kulturelle Deutungsmuster als zentrale Einflussgrößen berücksichtigt werden.
Besonderes Augenmerk liegt auf einer kulturvergleichenden Forschungsperspektive, die Unternehmerfamilien in Japan, China, Indien, Deutschland sowie Osteuropa und Russland in den Blick nimmt. Anhand erster Beobachtungen zu Russland und Japan zeigt Köllner, dass Familie, Nachfolge, Adoption, Traditionsorientierung und Netzwerke je nach kulturellem Kontext sehr unterschiedlich ausgestaltet sein können. Der Beitrag eröffnet damit einen interdisziplinären Zugang zur Family-Business-Forschung und zeigt, warum ethnologische Perspektiven für das Verständnis von Unternehmerfamilien besonders wertvoll sind.
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Keywords:
Familie
Familienunternehmen
Kultur
Kulturvergleich
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