WIFU-Ringvorlesung: Ethik in Familienunternehmen

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Im Vortrag „Ethik in Familienunternehmen“, der im Rahmen der WIFU-Ringvorlesung „Between Rigour & Relevance“ stattgefunden hat, erläutert Gerd Habermann das Unternehmerethos im Kontext von Marktwirtschaft, Wettbewerb und Familienunternehmen. Gerd Habermann verbindet ökonomische, historische, philosophische und soziologische Perspektiven und fragt, welche Funktion UnternehmerInnen in einer freien Wirtschaftsordnung erfüllen. Im Mittelpunkt steht die These, dass Unternehmertum nicht nur ökonomisch, sondern auch moralisch begründet werden muss.

Er beschreibt UnternehmerInnen als „Knappheitsüberwinder“, die Bedürfnisse durch Produktion, Tausch und Innovation befriedigen. Zentrale Bezugspunkte sind die österreichische Schule, Hayek, Mises, der Ordoliberalismus und die Unterscheidung zwischen Kleingruppenethik und der Ethik der großen Marktgesellschaft. Während Familien und enge Gemeinschaften auf Solidarität, Teilen und persönlicher Nähe beruhen, folgt die Marktwirtschaft abstrakten Regeln wie Eigentum, Vertragstreue, Wettbewerb, Haftung und Gewaltfreiheit. Habermann grenzt diese Marktethik von kollektivistischen Vorstellungen, staatlicher Umverteilung und sozialpolitischem Zwang ab.

Für Unternehmerfamilien, GesellschafterInnen und NachfolgerInnen ist der Beitrag relevant, weil er Eigentum, Risiko und unternehmerische Verantwortung fachlich einordnet. Familienunternehmen stehen nicht nur für Vermögen und Führung, sondern auch für Haftung, langfristige Entscheidungen und die Pflicht, Leistungen für KundInnen und Märkte zu erbringen. Der Vortrag verdeutlicht, warum Unternehmerfamilien ihr Selbstverständnis, ihre Family Governance und ihre Eigentümerstrategie auch ethisch reflektieren sollten.

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Erscheinungsjahr:

2025

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