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Im Praxisleitfaden „Die zehn Wittener Thesen. Familienunternehmen: Chancen und Risiken einer besonderen Unternehmensform im 21. Jahrhundert“, herausgegeben von der WIFU-Stiftung (2025), legen Heiko Kleve und Tom A. Rüsen eine vollständig überarbeitete Fassung der seit 2006/2009 entwickelten Wittener Thesen vor. Der Leitfaden bündelt zentrale Erkenntnisse der WIFU-Forschung und beschreibt Familienunternehmen als ambivalente Organisationsform, deren besondere Stärke aus der engen Kopplung von Familie, Eigentum und Unternehmen resultiert.
Ausgehend von der Janusköpfigkeit von Familienunternehmen entfalten die Autoren zehn systematisch aufeinander bezogene Thesen, die sowohl Wettbewerbsvorteile als auch spezifische Risiken analysieren. Thematisiert werden unter anderem die besondere „Familiness“ als Ressource, die erhöhte Gefährdung durch familiäre Konflikte, langfristige Orientierungen jenseits kurzfristiger Kapitalmarktlogiken, eigenständige Finanzierungsstrukturen sowie die nachhaltige regionale und soziale Verwurzelung. Zugleich werden typische Spannungsfelder wie Nachfolge, Governance, Gerechtigkeitsparadoxien und Beratungsresistenz differenziert eingeordnet.
Der Praxisleitfaden verbindet theoretische Konzepte – etwa zu Familienstrategie, Gesellschafterkompetenz, Mentalen Modellen oder „Doing Business Family“ – mit praxisnahen Reflexionsangeboten. Ziel ist es, Unternehmerfamilien, Beraterinnen und Berater sowie Wissenschaft und Lehre für die produktive Gestaltung unvermeidbarer Paradoxien zu sensibilisieren. Die „Zehn Wittener Thesen“ verstehen sich damit als kompaktes Orientierungs- und Referenzwerk zur Professionalisierung von Unternehmerfamilien im 21. Jahrhundert.
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Keywords:
Familienunternehmen
Generationswechsel
Governance
Krisenmanagement
Nachfolge
Nachhaltigkeit
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