In diesem Praxisleitfaden analysieren Arist von Schlippe und Tom A. Rüsen die besonderen Ursachen, Verlaufsformen und Eskalationsmechanismen von Konflikten in Unternehmerfamilien. Ausgangspunkt ist die These, dass Konflikte in dieser Familienform nicht die Ausnahme, sondern die erklärungsbedürftige Regel darstellen, da Familie, Unternehmen und Eigentum unterschiedlichen, teils widersprüchlichen Logiken folgen.
Der Leitfaden beschreibt typische Konfliktdynamiken wie personenbezogene Schuldzuschreibungen, Wahrnehmungsverzerrungen, verletzte Gerechtigkeitsempfindungen und divergierende psychologische Kontrakte. Anhand systemtheoretischer Konzepte wird gezeigt, wie Konflikte eine Eigendynamik entwickeln können, die sich von den ursprünglichen Sachthemen ablöst und das Kommunikationssystem der Familie zunehmend „parasitiert“. Zahlreiche Praxisbeispiele und Merksätze verdeutlichen, wie Eskalationen entstehen und warum sie für die Überlebensfähigkeit von Familienunternehmen besonders gefährlich sind.
Im zweiten Teil richtet sich der Blick auf konstruktive Umgangsformen mit Konflikten. Die Autoren unterscheiden zwischen innerfamiliärer Selbstarbeit und kollektiven Bearbeitungsformen auf Ebene der Unternehmerfamilie, etwa im Rahmen von Familienstrategie und Family Governance. Ziel ist der Aufbau von Konfliktfähigkeit als zentraler Gesellschafterkompetenz. Der Leitfaden plädiert für eine konfliktfreundliche Haltung, die Dissens enttabuisiert, präventive Strukturen etabliert und Konflikte als Entwicklungschance für die Unternehmerfamilie nutzbar macht.
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Family communication
Succession
Conflicts
Conflict Management
Business families
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