Familienstrategien über Generationen

Vergangenheit und Gegenwart praktizierter Familienstrategien

 

Eine Aufgabe für die Führung eines Familienunternehmens besteht darin, über Generationen hinweg sicherzustellen, dass die Familie eine Ressource für das Unternehmen darstellt. Heute gelten Familienstrategien als zentraler Schlüssel dafür, wie es gelingt, die Verbindung der beiden komplexen Systeme „Familie“ und „Unternehmen“ lebendig zu halten, konstruktive Einflüsse der beiden Systeme aufeinander gezielt zu fördern und destruktive Einflüsse zu minimieren.

Familienstrategien“ hat es schon gegeben, bevor sie als solche bezeichnet wurden. Schon immer wurde nach Regelungen gesucht, wie eine auch noch in der Urenkel-Generation starke und förderliche Beziehung zwischen dem Unternehmen und der dann möglicherweise groß gewordenen Familie garantiert werden kann. Die so entstandenen „intuitiven Familienstrategien“ sind dabei nicht immer unproblematisch. Vielfach lassen sich Konflikte in der Gegenwart in direkte Verbindung setzen zu familienstrategischen Entscheidungen vorhergehender Generationen. Dies gilt besonders, wenn kritische Familienkonstellationen nicht vorhergesehen und insbesondere für Streitfälle keine Vorsorge getroffen wurden. Die Kenntnis vor allem der psychologischen Hintergrunddynamik von Familienunternehmen, die in jede sachliche Entscheidung und Regelung hineinspielen kann, ist hier entscheidend für die Nachhaltigkeit der jeweils gewählten Familienstrategie.

Im Rahmen des Forschungsprojektes beschäftigten sich 12 Mehr-Generationen-Familienunternehmen zusammen mit den Wissenschaftlern des WIFU mit den jeweiligen, in Vergangenheit und Gegenwart praktizierten, Familienstrategien. Im Zentrum stand die Frage, wie Unternehmerfamilien in kritischen Situationen entscheiden und wie die zugrunde liegende psychologische Dynamik beschrieben werden kann.

Das qualitativ ausgerichtete Forschungsdesign basierte auf den Grundprinzipien der Wittener Didaktik: Familienunternehmer lernen am besten von Familienunternehmern. Die Aufgabe der beteiligten Wissenschaftler bestand darin, die jeweiligen familienstrategischen Muster herauszuarbeiten und vom jeweiligen Einzelfall ausgehend übergreifende Themen zu identifizieren, mit denen sich das Familienmanagement der an der am Projekt teilnehmenden Unternehmen befasst.

Ansprechpartner: Torsten Groth, Arist von Schlippe, Tom Rüsen

Weiterführende Informationen zum Thema finden Sie in unserem „Themenbereich Familienstrategie“.

Neuer Band in der WIFU-Schriftenreihe erschienen

 

Organisation der Unternehmerfamilie in Stämmen von Dr. Jakob Ammer.

 

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