Familienstrategie

Das Jonglieren der Erwartungen von Firma, Familie und Gesellschaftern

 

Der Familien-JongleurThematische Einführung:

Freiheit hat ihren Preis. Gab es früher noch „klare“ Vorstellungen über Familienzugehörigkeiten, Formen des Ehelebens oder Regelungen der Unternehmensnachfolge, so sind Unternehmerfamilien heute sehr frei in der Ausgestaltung ihres „Familienverbunds“. Darauf zu hoffen, dass sich die Familie schon verstehen wird, genügt nicht mehr. Soll das Familienunternehmen mehrere Generationen überleben, ist es nötig, einen familieninternen Orientierungs- und Handlungskanon zu schaffen. Die Familie muss sich nicht mehr nur um die Firma, sondern auch um sich selbst kümmern. Deshalb besteht die erste Aufgabe in der Festlegung einer konkreten Familienstrategie.

Wenn es um die Zukunftsgestaltung in Bezug auf das gemeinsame Vermögen und Unternehmen geht, liegt meist schon eine indirekte „Familienstrategie“ vor. Sie ist aber nur eine Ansammlung gelebter Werte und impliziter Erwartungshaltungen. Weil darüber in der Unternehmerfamilie aber wenig reflektiert wird, können sie aber kaum an wachsende Gesellschaftergenerationen weitergegeben werden. Erst wenn diese Leitlinien in eine Familienverfassung (-charta, -kodex, -statut) eingehen und so schriftlich fixiert werden, schafft sich die Gesellschafterfamilie eine Art moralisch bindendes Regelwerk für die Mitglieder, das den „Familienwillen“ dokumentiert.

Beantwortung der Kernfragen zur Überlebenssicherung:

  • Wie soll die Mitarbeit von Familienmitgliedern im Unternehmen geregelt werden?
  • Wie sollen wesentliche Prozesse der Entscheidungsfindung gestaltet werden?
  • Wie soll der Anteilsübertrag, Veräußerung und Erwerb von Anteilen geregelt werden?
  • Wie sollen die Ausschüttungshöhe und das Vermögensmanagement geregelt werden?
  • Wie soll der Umgang miteinander, unsere Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit organisiert werden?
  • Wie fördern wir den Zusammenhalt in der Familie/gehen mit Konflikten um?

Etablierung der Fähigkeit, sich als Familie – in den unternehmensrelevanten Belangen – (selbst) zu managen:

  • Inwieweit bin ich bereit, mein Verhalten einem Regelwerk der Familie (z. B. einer Familienverfassung) zu „unterwerfen“?
  • Wie soll mit einem „Regelbruch“ durch ein Familienmitglied umgegangen werden (Family Compliance)?

 

Das Wittener Modell zur Familienstrategie:

Das Wittener Prozessmodell zur Entwicklung einer Familienstrategie stellt einen Orientierungsrahmen für Gesellschafterfamilien dar. Ziel ist es, ein Management-System zu entwickeln, das der Gesellschafterfamilien hilft, interne Konflikte zu vermeiden bzw. diese effizient zu lösen. Ein solches Familienmanagement sorgt zum einen dafür, dass die Familie stets handlungsfähig bleibt und auch kritische Themen miteinander bespricht, zum anderen entstehen so ein gemeinsamer Bezug und ein gemeinsames Werteverständnis zum Familienunternehmen. Außerdem hilf das Familienmanagement Strukturen zu implementieren, die Ungleichgewichten innerhalb der Familie entgegenwirken.

Wittener Modell zur Familienstrategie

Für eine ausführliche Erläuterung des Wittener Modells zur Familienstrategie mit seinen 12 Phasen steht Ihnen hier der zugehörige Fachbeitrag aus der Zeitschrift „Private Wealth“ zur Verfügung.

WIFU-Knowhow zum Thema: