Führung & Dynamik von Familienunternehmen

Kurzprofil

 

In der Verbindung zwischen Familie und Unternehmen ergeben sich zwangsläufig Konflikte, Widersprüche und Paradoxien, die von der Familie ein enormes Potential an Fähigkeiten fordern, Konflikte und widersprüchliche Gefühle zu ertragen. Gelingt dies, stehen dem Unternehmen einzigartige Wettbewerbsvorteile zur Verfügung. Bereits sprichwörtlich wird daher Familie zugleich als Ressource und Gefährdung für das Unternehmen angesehen. Die Frage, wie diesen stark affektiv gesteuerten Prozessen durch ein gutes Familien- und Gesellschaftermanagement begegnet werden kann, bildet einen Schwerpunkt der Themenbereiche, mit denen der Lehrstuhl in Forschung und Lehre befasst ist. Eingebettet in die interdisziplinäre Orientierung des WIFU ist der Lehrstuhl für Führung und Dynamik von Familienunternehmen innerhalb der Betriebswirtschaftslehre somit schwerpunktmäßig auf psychologische, familienpsychologische und soziologische Fragen und ihre Verbindung zu den Wirtschaftswissenschaften hin ausgerichtet.

Forschungsbereiche und Projekte

Gesellschafterkonflikte in Familienunternehmen

Nicht selten werden Konflikte „vererbt“, d.h. über Generationen weitergegeben. Das „Gedächtnis der Organisation“ spiegelt sich in den Geschichten wieder, die über Konflikte erzählt werden und diese so aufrechterhalten. Es geht um die Frage, wie Konflikte in sozialen Systemen entstehen, wie sie eskalieren und durch welche Logiken sie aufrechterhalten werden.

Nachfolgeregelungen

Eng mit der Frage, wie Konflikte im Unternehmen gehandhabt werden, ist die Frage verbunden, wie Regelungen zur Unternehmensnachfolge gestaltet werden. Wie sehen die spezifischen psychologischen Auftragskonstellationen aus, in denen sich Nachfolger befinden, wie wird im Unternehmen Paradoxiemanagement in der Nachfolge betrieben und welche strukturellen Lösungen finden Familienunternehmen für dieses Problem?

Wertevermittlung und „The Power of Stories“

Für den langfristigen Erfolg eines Familienunternehmens ist es zentral, wie es gelingt, die eigene Wertorientierung weiterzugeben und so den Familienmitgliedern einen Rahmen für Identität und Commitment zu bieten. Auch hier interessieren die gestaltende Kraft der weitergegebenen Erzählungen und ihre Bedeutung für den Zusammenhalt der Gesellschafter.

Erfolgsmuster von Mehr-Generationen-Familienunternehmen

Aus diesem Projekt liegt bereits eine Reihe von Erkenntnissen vor über Unternehmen, die mindestens die vierte Generation erreicht haben. Verfolgt und vertieft wird die Frage, welche Führungsprinzipien und (Familien-)Strategien sich bei erfolgreichen großen Unternehmen bewährt haben.

Das internationale STEP-Projekt

Gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre beteiligt sich der Lehrstuhl am STEP-Projekt an einer kulturvergleichenden Studie, in der untersucht wird, wie Familienunternehmen über mehrere Generationen hinweg Entrepreneurship aufrechterhalten.

Kooperationen

Die früheren Inhaber des Lehrstuhls für Führung und Organisation, Prof. Dr. Wimmer und Prof. Dr. Fritz B. Simon, sind enge Kooperationspartner. Weitere externe Wissenschaftler, Unternehmer und Führungskräfte sind in Forschung und Lehre aktiv eingebunden.