Krisen und Konflikte in Familienunternehmen

Wenn familiäre und unternehmerische Interessen kollidieren

Krisen und Konflikte in 家族経営 sind vielschichtig: Sie können Belastungs- und Risikofaktoren sein, gleichzeitig aber auch wichtige Hinweise auf strukturellen Klärungsbedarf liefern – etwa bei Rollen, Entscheidungswegen oder in der Gestaltung der 事業承継. Entscheidend ist, die Unterschiede zu kennen: Ein Konflikt beschreibt eine zielgerichtete Auseinandersetzung über unterschiedliche Interessen oder Positionen. Eine Krise hingegen entsteht, wenn die Handlungsfähigkeit und Stabilität des gesamten Systems unter Druck geraten. 

Ziel ist es daher nicht, Krisen und Konflikte um jeden Preis zu vermeiden, sondern ein systemisches Konfliktmanagement im Unternehmen zu etablieren. Durch gezielte Präventionsmechanismen lässt sich die Zukunftsfähigkeit von Unternehmerfamilie und Unternehmen langfristig sichern. Konkrete Hilfestellungen und neue Perspektiven für den Umgang mit diesen Spannungsfeldern bietet Ihnen die WIFU-Stiftung.

タイトル画像・危機と紛争・家族経営・1059x1209

Krise oder Konflikt? Warum eine klare Unterscheidung entscheidend ist

In Familienunternehmen sind die Systeme Familie, Eigentum und Unternehmen eng miteinander verflochten. Treffen die Logik der Familie (Zugehörigkeit, Fürsorge) und die Logik des Unternehmens (Leistung, Effizienz, Rendite) aufeinander, entstehen Spannungsfelder und Paradoxien. Genau hier wird deutlich, warum ein spezifisches Krisenmanagement unverzichtbar ist.

  • Konflikte als Frühwarnsignal: Konflikte verweisen häufig auf ungeklärte Rollen, Erwartungen oder Entscheidungsregeln. Werden sie frühzeitig bearbeitet, können sie zur Klärung und Weiterentwicklung von Familie und Unternehmen beitragen.
  • Krisen als kritischer Höhepunkt einer Entwicklung: Eine Krise entsteht, wenn sich interne Spannungen, Fehlentwicklungen oder externe Belastungen so zuspitzen, dass die Stabilität und Handlungsfähigkeit des Familienunternehmens ernsthaft gefährdet sind.

Ein professionelles Konflikt- und Krisenmanagement im Unternehmen zielt daher nicht auf die vollständige Vermeidung von Spannungen. Entscheidend ist, Konflikte frühzeitig bearbeitbar zu machen, kritische Entwicklungen rechtzeitig zu erkennen und in Krisensituationen die Handlungsfähigkeit von Familie, Eigentum und Unternehmen zu sichern.

Warum Konflikt- und Krisenmanagement in Familienunternehmen anders ist

Familienunternehmen sind in besonderer Weise herausgefordert, weil sich die Systeme Familie, Unternehmen und Eigentum gegenseitig durchdringen und beeinflussen. Dadurch können Konflikte nicht isoliert betrachtet werden: Ein Streit über Strategie, Nachfolge oder Verantwortung berührt häufig zugleich Fragen von Anerkennung, Zugehörigkeit, Macht oder Gerechtigkeit.

Krisen wiederum entstehen, wenn sich interne Spannungen, ungelöste Konflikte, Fehlentwicklungen oder externe Belastungen so zuspitzen, dass die Handlungsfähigkeit, Stabilität oder sogar die Existenz des Unternehmens gefährdet ist. Konflikt- und Krisenmanagement in Familienunternehmen muss deshalb beide Ebenen berücksichtigen: die Bearbeitung von Spannungen, bevor sie eskalieren, und die Sicherung von Entscheidungsfähigkeit in existenzbedrohenden Situationen.

Typische Besonderheiten:

  • Systemische Verankerung: Konflikte und Krisen betreffen nicht nur das Unternehmen, sondern immer auch Familie, Eigentum und Gesellschafterkreis.
  • Emotionale Prägung: Entscheidungen sind häufig von Beziehungsgeschichte, Loyalitäten, Erwartungen und früheren Verletzungen beeinflusst.
  • Generationenübergreifende Wirkung: Spannungen und Krisen können über einzelne Anlässe hinausreichen und Nachfolge, Rollenbilder oder Zukunftserwartungen prägen.
  • Kulturelle Formung: Familienwerte beeinflussen, was als fair, legitim oder akzeptabel gilt – und damit auch, wie Konflikte wahrgenommen und Krisen bearbeitet werden.

Ein professionelles Konflikt- und Krisenmanagement setzt daher nicht allein auf schnelle Problemlösung. Es schafft Strukturen, Verfahren und Kommunikationsräume, um Konflikte frühzeitig bearbeitbar zu machen, kritische Entwicklungen rechtzeitig zu erkennen und in zugespitzten Situationen die Handlungsfähigkeit von Familie, Eigentum und Unternehmen zu sichern.

 

Nachfolge als Hauptkonfliktquelle: Wenn Übergabe zur Krise wird

In vielen Familienunternehmen ist die Nachfolge das zentrale Konfliktfeld – und oft Auslöser oder Verstärker unternehmerischer Krisen. Das liegt daran, dass Nachfolgeprozesse immer mehrere Ebenen gleichzeitig betreffen: Eigentum, Führung, Identität und Zukunftsbild. Fragen der künftigen Ausrichtung verbinden sich dabei mit der Klärung von Entscheidungszuständigkeiten und Legitimationsgrundlagen im Eigentümer- und Führungssystem.

Nachfolgestreitigkeiten in Familienunternehmen sind deshalb selten ein isoliertes Problem. Sie sind Ausdruck ungeklärter Regeln, Rollen und Erwartungen im Gesamtsystem von Familie, Unternehmen und Eigentum. Um aus der Nachfolge keine Krise, sondern eine Chance zu machen, braucht es die richtige Strategie.

Wodurch werden Konflikte gefährlich?

Eskalation entsteht in Familienunternehmen nicht von heute auf morgen. Vielmehr zeigen sich typische Muster, die Konflikte verschärfen, Vertrauen beschädigen und die Lösungsfähigkeit des Systems blockieren: 

  1. Personalisierung statt Problemlösung: Der Fokus richtet sich auf „Schuldige“ – nicht auf Ursachen. 
  2. Wahrnehmungsfehler: Verhalten wird als Charaktermerkmal oder Absicht interpretiert, statt als Reaktion auf eine Situation. 
  3. Feindselige Dynamik: Sobald Vertrauen beschädigt ist, werden selbst konstruktive Vorschläge reflexartig abgewehrt. 
  4. Gerechtigkeitsempfinden: Unausgesprochene „innere Bilanzen“ darüber, wer mehr gegeben oder genommen hat, verstärken den Unfrieden. 
  5. Psychologische Kontrakte: Unausgesprochene gegenseitige Erwartungen oder implizite Versprechen werden als gebrochen erlebt – obwohl sie nie explizit vereinbart wurden.

Diese Muster machen Konflikte nicht nur komplexer, sondern erhöhen das Risiko, dass sie in eine Krise münden und die Handlungsfähigkeit des Familienunternehmens gefährden.

Krisenmanagement als systemische Herausforderung im Unternehmen

Wirksames Krisenmanagement im Unternehmen beginnt lange bevor eine Krise akut wird. Prävention bedeutet, Strukturen aufzubauen, die Konflikte frühzeitig sichtbar und bearbeitbar machen. In Familienunternehmen lohnt dabei ein erweiterter Blick: Eine Unternehmenskrise wird häufig von Dynamiken im Eigentümer- und Familienkreis begleitet – etwa dann, wenn Konflikte eskalieren und Entscheidungen nicht mehr zuverlässig getroffen oder umgesetzt werden können. 

Krisenmanagement umfasst deshalb nicht nur Restrukturierungs- und Sanierungsmaßnahmen, sondern auch die Frage, wie Entscheidungsfähigkeit, Rollen und Verfahren im Gesellschafterkreis stabilisiert werden. Das Wittener Modell zum Krisenmanagement setzt genau hier an, indem es den „Familien-Faktor“ systematisch in Diagnose und Vorgehen einbezieht.

Konflikt- und Krisenbewältigung im Unternehmen: Wege aus der Eskalation

Wenn Konflikte festgefahren sind, braucht es ein strukturiertes Vorgehen, um wieder handlungsfähig zu werden. Je nach Situation können folgende Ansätze wirksam sein: 

  • Rollen- und Regelarbeit: Wer entscheidet was – in welcher Rolle – nach welchen Regeln? 
  • Systemische Konfliktbearbeitung: Fokus auf Muster und Wechselwirkungen statt auf einzelne Positionen. 
  • Moderation und Mediation: Interessen strukturieren, Optionen entwickeln und tragfähige Vereinbarungen treffen.
  • Gremien und Entscheidungsverfahren: Beirat, Familienrat und Gesellschafterversammlung als Orte, an denen Konflikte strukturiert bearbeitet werden können.

 

Wann ist externe Moderation sinnvoll?

Externe Moderation kann hilfreich sein, wenn … 

  • ein Nachfolgekonflikt eskaliert oder Gespräche wiederholt scheitern,
  • sich Lager bilden, z. B. zwischen Geschwistern, Familienstämmen oder Gesellschaftergruppen, 
  • Gerechtigkeits- und Beziehungsthemen intern nicht mehr moderierbar sind,
  • wirtschaftlicher Druck steigt und schnelle, zugleich legitimierte Entscheidungen benötigt werden.

Hinweis: Moderation ersetzt keine rechtliche oder steuerliche Beratung – sie kann jedoch die Entscheidungs- und Kommunikationsfähigkeit innerhalb von Familie und Unternehmen wiederherstellen.

研究・知識移転

Krisen und Konflikte in Familienunternehmen lassen sich nur dann wirksam bearbeiten, wenn ihre Ursachen in der Verschränkung von Familie, Eigentum und Unternehmen verstanden werden. Die WIFU-Stiftung bündelt hierzu wissenschaftliche Erkenntnisse und macht sie für die Praxis nutzbar.

Dazu gehört auch, konfliktfähig zu werden: Unternehmerfamilien benötigen Regeln und Räume, in denen unterschiedliche Interessen offen, respektvoll und lösungsorientiert ausgetragen werden können. Diese Fähigkeit, konstruktiv zu streiten, ist eine wesentliche Voraussetzung, um Spannungen nicht zu tabuisieren, sondern für Klärung und Weiterentwicklung nutzbar zu machen.

目標は、役立つオリエンテーション情報を提供することです。,

    • Konfliktdynamiken frühzeitig zu erkennen,
    • Entscheidungs- und Kommunikationsfähigkeit zu sichern und
    • Krisen als Anlass für Klärung und Weiterentwicklung familiärer und unternehmerischer Strukturen zu nutzen.

 

    • Nagel Wilkening, Lina; Kleve, Heiko (2022): Die Kunst des fairen Streitens – Eine Methode für den konstruktiven Umgang mit Konflikten in Unternehmerfamilien. Witten: WIFU-Stiftung
    • von Schlippe, Arist; Rüsen, Tom A. (2020): Konflikte und Konfliktdynamiken in Unternehmerfamilien – Empfehlungen zum Umgang mit familieninternen Auseinandersetzunge. ウィッテン:WIFU財団.
    • Otte, D. (2017): Konfliktmanagement in Familienunternehmen. Ein Praxisleitfaden zur rechtlichen Handhabung von Gesellschafterkonflikten. WIFU-Praxisleitfaden. Witten: Wittener Institut für Familienunternehmen, Universität Witten/Herdecke.
    • Fabis, F. G. (2009): Konflikte im Familienunternehmen. Instrumente zur Vermeidung und Lösung. WIFU-Schriftenreihe. Lohmar: EUL Verlag.
    • Freysoldt, T.-A. (2013): Der Beirat in der Krise. Der Einfluss von wirtschaftlichen Krisen auf Aufsichtsgremien in Familienunternehmen. Wittener Schriften zu Familienunternehmen. Göttingen: V&R unipress.
    • Rüsen, T. A. (Hrsg.) (2011): Familienunternehmen erfolgreich sanieren. Der Einfluss des Familienfaktors bei Restrukturierungen. Berlin: Erich Schmidt Verlag.
    • Rüsen, T. A. (2017): Krisen und Krisenmanagement in Familienunternehmen. Schwachstellen erkennen, Lösungen erarbeiten, Existenzbedrohung meistern. 2. Aufl., Wiesbaden: Springer Gabler.
    • Rüsen, T. A. (2012): Krisenmanagement in Familienunternehmen unter Berücksichtigung des Familien-Faktors – spezifischer Einsatz von Krisenmanagement-Elementen zur Erstellung eines Sanierungsplans. Krisen-, Sanierungs- und Insolvenzberatung (KSI), 8, S. 147–156.
    • Rüsen, T. A. (2011): Unternehmerfamilien ohne Familienunternehmen – Konsequenzen beim Verlust eines imaginären Familienmitgliedes. In: Schindler, H. et al. (Hrsg.): Systemische Horizonte. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, S. 209–219.
    • Rüsen, T. A. (2008): Parallele Krisenprozesse – paralleles Krisenmanagement: Das Familienunternehmen unter existenziellem Druck. In: Nischak, A.; von Schlippe, A. & El Hachimi, M. (Hrsg.): Familienunternehmen verstehen. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, S. 42–54.
    • Rüsen, T. A. & Großmann, S. (2014): Der Familienstrategieprozess als Konfliktlöser. Konfliktdynamik, 3(4), S. 332–339.
    • von Schlippe, A. (2012): Konflikte und Konfliktdynamiken in Unternehmerfamilien. FuS – 家族経営と戦略, 2/2012, S. 43–48.
    • von Schlippe, A. (2014): Das kommt in den besten Familien vor … Systemische Konfliktberatung in Familien und Familienunternehmen. 1. Aufl., Concadora Verlag.
    • von Schlippe, A. (2018): Streit als Wertevernichter – Wie kann er vermieden werden? In: Ebel, K.; May, K.; Rau, S. & Zinkann, R. (Hrsg.): Familienunternehmen: gestern, heute, morgen. Festschrift für Peter May zum 60. Geburtstag. Hamburg: Murmann, S. 228–245.
  • Abgeschlossene Forschungsprojekte:

    • Krisenbewältigung in Familienunternehmen
    • Krisen und Konflikte in Familienunternehmen
    • Stakeholderkrisen in Familienunternehmen

    現在の研究プロジェクトについて

     

auslage-1024x768

Häufig gestellte Fragen zum Thema Krisen und Konflikte

  • Ein Konflikt ist eine zielgerichtete Auseinandersetzung zwischen mindestens zwei Parteien mit unterschiedlichen Interessen, Zielen oder Positionen. Eine Krise liegt vor, wenn Handlungsfähigkeit, Stabilität oder zentrale Entscheidungsprozesse unter Druck geraten und kurzfristig nicht mehr zuverlässig gesichert sind. Wichtig: Konflikte können Krisen auslösen oder verstärken – sie müssen es aber nicht. 

  • Konflikte in Familienunternehmen betreffen oft mehrere Ebenen gleichzeitig: Familie, Eigentum und Unternehmen. Die Überlagerung dieser Systeme erhöht die Komplexität und damit die Zahl möglicher Konfliktanlässe – nicht jeder davon eskaliert zwingend, aber die Wahrscheinlichkeit von Auseinandersetzungen steigt.

  • Typisch sind Rollen- und Zuständigkeitsfragen, Entscheidungsregeln im Gesellschafterkreis, Erwartungen an Mitarbeit oder Einfluss sowie Nachfolgevorbereitung. Diese Konfliktfelder sind miteinander verwoben und erfordern einen systemischen Ansatz zur Bewältigung.

  • Mediation ist hilfreich, wenn Gespräche festgefahren sind, sich Lager bilden, Vertrauen schwindet oder zentrale Beteiligte nicht mehr konstruktiv miteinander verhandeln können. Sie unterstützt dabei, Interessen zu strukturieren und tragfähige Vereinbarungen herbeizuführen. Rechtliche Fragen sollten dabei parallel fachlich geklärt werden. 

  • Typische Warnsignale sind Personalisierung wie etwa Schuldzuweisungen, Rückzug oder Lagerbildung, wiederholtes Scheitern von Gesprächen sowie intensive Gerechtigkeitsdebatten. Je früher solche Muster adressiert werden, desto größer sind die Spielräume für Deeskalation. 

Krisen und Konflikte als Chance zur Veränderung begreifen

Unternehmerfamilien, die sich mit Krisen- und Konfliktdynamiken auseinandersetzen, finden bei der WIFU-Stiftung Ansprechpersonen für: 

  • Fragen zur professionellen Gestaltung von Krisen- und Konfliktbearbeitung in Familienunternehmen 
  • Hinweise auf passende Veranstaltungen
  • Zugang zu praxisnaher, wissenschaftlich fundierter Literatur und aktuellen Forschungsergebnissen

 

カリストチャット