Familienunternehmen – blinder Fleck der Familientherapie?

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    Familienunternehmen – blinder Fleck der Familientherapie?
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In ihrem Beitrag untersuchen Prof. Dr. Arist von Schlippe und Prof. Dr. Sabine Klein die besonderen Wechselwirkungen zwischen Unternehmerfamilie und Familienunternehmen. Familie, Unternehmen und Eigentümerschaft sind eng miteinander verbunden, folgen jedoch jeweils eigenen Kommunikations-, Entscheidungs- und Gerechtigkeitslogiken. Diese strukturelle Kopplung erhöht die Komplexität und kann dazu führen, dass Entwicklungen und Krisen in einem Bereich unmittelbar auf die anderen Bereiche ausstrahlen.

Die AutorInnen zeigen, dass die Unternehmerfamilie dem Unternehmen zugleich wichtige Ressourcen zur Verfügung stellen kann. Unter dem Begriff „Familiness“ fassen sie unter anderem Human-, Sozial-, Finanz- und Organisationskapital zusammen, das aus der Verbindung von Familie und Unternehmen entsteht. Gleichzeitig können unterschiedliche Rollen und Erwartungen – etwa als Familienmitglied, GesellschafterIn und Führungskraft – paradoxe Situationen erzeugen, in denen eine Entscheidung aus unternehmerischer Perspektive sinnvoll, aus familiärer Sicht jedoch verletzend oder ungerecht erscheinen kann.

Vor diesem Hintergrund betonen von Schlippe und Klein die Bedeutung eines bewussten Komplexitätsmanagements sowie einer abgestimmten Familien- und Unternehmensstrategie. Familienkonferenzen, klare Regeln für Nachfolge und Governance sowie ein konstruktiver Dialog zwischen den Generationen können dazu beitragen, Konfliktpotenziale frühzeitig zu erkennen. Als entscheidend beschreiben die AutorInnen dabei die Fähigkeit zur Selbstreflexion: Unternehmerfamilien müssen ihre besondere Konstellation und die unterschiedlichen Logiken der beteiligten Systeme verstehen, um langfristig tragfähige Lösungen für Familie und Unternehmen entwickeln zu können.

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