Mit einem Vorwort von Arist von Schlippe
Im Praxisleitfaden „Familienunternehmer als externer Beirat – Was es bei Auswahl und Zusammenarbeit zu beachten gilt“ (2020) analysiert Otto W. Obermaier die besondere Konstellation, wenn Familienunternehmer als externe Mitglieder in Beiräte anderer Familienunternehmen berufen werden. Auf Basis einer qualitativen Studie mit 59 Interviewpartnern aus 19 Familienunternehmen wird die bislang wenig erforschte Beziehung zwischen beauftragendem Gesellschafter und externem Familienunternehmer systematisch untersucht.
Zentraler analytischer Rahmen des Leitfadens sind sogenannte „mentale Modelle“ von Familienunternehmen (patriarchale Logik, operativ tätige Familie, aktive Eigentümerfamilie), die erklären, wie Erwartungen, Rollenverständnisse und Zufriedenheit in der Beiratsarbeit variieren. Der Leitfaden arbeitet heraus, dass auf beiden Seiten – Gesellschafter wie externe Beiräte – häufig implizite Erwartungen bestehen, insbesondere in den Bereichen Respekt, Kompetenz, Unterstützung und Governance. Gerade die unausgesprochene Annahme gegenseitigen Verständnisses birgt ein hohes Risiko für Enttäuschungen und schleichende Unzufriedenheit.
Aufbauend auf den empirischen Ergebnissen formuliert der Praxisleitfaden konkrete Handlungsempfehlungen für die Auswahl, Besetzung und Zusammenarbeit mit externen Familienunternehmern im Beirat. Er plädiert für eine frühzeitige Klärung von Erwartungen, professionell gestaltete Governance-Strukturen sowie regelmäßiges Feedback im Beziehungsprozess. Damit leistet die Publikation einen wichtigen Beitrag zur Professionalisierung von Beiratsarbeit in Familienunternehmen und sensibilisiert für die besonderen Dynamiken unternehmerischer „Augenhöhe“.
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