Frauen in Familienunternehmen

Eine andere Form der Nachfolge

 

Frauen in FamilienunternehmenThematische Einführung:

Die Auswahl der richtigen Person für die Nachfolge ist eine der wichtigsten Aufgaben für den erfolgreichen Fortbestand eines Familienunternehmens. Erfolgt diese Auswahl familienintern, ist die geeignete Person unter den Familienmitgliedern der nächsten Generation zu wählen. In der Vergangenheit fiel die Wahl eher selten auf eine Tochter. Doch diese Situation ist im Wandel begriffen. Immer häufiger werden Familienunternehmen in die qualifizierten Hände von Nachfolgerinnen gelegt.

Die Herausforderungen und Besonderheiten, die sich bei einer solchen „weiblichen Nachfolge“ stellen, sind jedoch weitestgehend noch unerforscht. Dass sich diese Situation von der einer „männlichen Nachfolge“ irgendwie unterscheidet, scheint dabei aber allen Beteiligten klar zu sein. Die Beziehung einer Tochter zu ihrem Vater – in den meisten Fällen handelt es sich bei den Übergebern immer noch um den Vater – unterscheidet sich in den meisten Fällen deutlich zu der eines Sohnes. Töchter sind häufig eher in der Lage sich ihrem Vater zur Seite zu stellen, ohne diese erst “vom Thron stoßen“ zu müssen. Töchter kommen später in die Nachfolge und oft ist ein solcher Übergang weniger konflikthaft als die Nachfolge durch einen Sohn. Woran dies liegt und wie die persönlichen Eigenschaften und Voraussetzungen diese Nachfolgerinnen mitbringen, ist das Forschungsinteresse der ForscherInnen am WIFU, die sich mit diesem Thema befassen.

 

Wittener Erkenntnisse zu Töchtern in der Unternehmensnachfolge:

Eine qualitative Analyse der Werdegänge von Nachfolgerinnen hat ergeben, dass Frauen häufig erst in einer Notsituation in das Familienunternehmen gerufen werden und sich dann den Herausforderungen der Nachfolge stellen dürfen bzw. müssen. Dies ist erklärbar dadurch, dass Töchter häufig nicht als potenzielle Nachfolgerinnen erkannt werden (sich oft auch selbst nicht als solche erkennen), bis eine Notsituation sie als “einzigen Ausweg“ in eine exponierte Stellung katapultiert. Die Nachfolgerinnen, die für die Nachfolge schon früh auserkoren wurden, sind meist das älteste Kind oder eine von mehreren Töchtern.

Die detaillierte Erforschung der Motivation und Bewegründe von Töchtern, die die Nachfolge in ihrem Familienunternehmen angetreten haben, hat gezeigt, dass Töchter weniger oft aus einem Gefühl der Obligation in das Unternehmen eintreten. In einer Vielzahl der Fälle haben ein Interesse für das, was das Unternehmen tut und ein Interesse an der eigenen Karriere einen hohen Stellenwert. Hier spielt auch das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine wichtige Rolle. Nachfolgerinnen verstehen das Familienunternehmen meist als ein Umfeld, in dem ihnen die Möglichkeit geboten wird, nicht nur einen Job zu absolvieren sondern Karriere zu machen und sich gleichzeitig den Anforderungen einer eigenen Familie stellen zu können.

 

WIFU-Knowhow zum Thema:

 

Zum Thema Unternehmensnachfolge im Allgemeinen haben wir hier weitere Informationen für Sie zusammengestellt.