NACHFOLGE IN
FAMILIENUNTERNEHMEN


UNTERNEHMENSNACHFOLGE IN FAMILIENUNTERNEHMEN – VERANTWORTUNG WEITERGEBEN, ZUKUNFT SICHERN


Die Unternehmensnachfolge in Familienunternehmen ist ein mehrjähriger Prozess, in dem Verantwortung, Führungsaufgaben und Eigentum auf die nächste Generation oder auf familienexterne NextGens übergehen. Sie berührt nicht nur rechtliche und steuerliche Fragen, sondern auch Rollenbilder, Erwartungen und Beziehungen innerhalb der Unternehmerfamilie.

Die WIFU-Stiftung unterstützt Unternehmerfamilien dabei, Nachfolgeprozesse wissenschaftlich fundiert zu verstehen und aktiv zu gestalten. Dafür stellt sie Forschungsergebnisse in Form von Studien und Praxisleitfäden zur Verfügung und organisiert Veranstaltungen, die den Austausch zwischen Unternehmerfamilien und Mitgliedern von Familienunternehmen fördern. Die Forschung zur Nachfolge in Familienunternehmen trägt außerdem dazu bei, die Unternehmensnachfolge im Mittelstand besser zu verstehen, da Familienunternehmen in diesem Segment eine zentrale Rolle spielen.

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GESCHÄFTSÜBERGABE AN DIE NÄCHSTE GENERATION – EIN VIELSCHICHTIGER PROZESS


Die Unternehmensnachfolge umfasst alle Schritte, mit denen Führungsverantwortung und Eigentum eines Unternehmens auf die nachfolgende Generation übertragen werden. In Familienunternehmen ist dieser Prozess eng mit der Geschichte, den Werten und den langfristigen Zielen der Unternehmerfamilie verknüpft. In der Praxis ist dies ein Entwicklungsprozess, der oft mehrere Jahre dauert.

Typische Spannungsfelder entstehen, wenn:

  • die abgebende Generation loslassen soll, aber emotional gebunden bleibt,
  • unterschiedliche Vorstellungen zur strategischen Ausrichtung des Unternehmens bestehen,
  • Fragen zu Eigentumsanteilen und Stimmrechten nicht eindeutig geklärt sind,
  • weibliche Nachfolge noch nicht selbstverständlich in Nachfolgeszenarien mitgedacht wird.

Viele Unternehmerfamilien erleben die geplante Geschäftsübergabe zunächst als formalen Schritt. Aus wissenschaftlicher Perspektive ist sie jedoch nur ein Teil des umfassenden Nachfolgeprozesses, der frühzeitig vorbereitet werden sollte. Je früher Familien diese Themen ansprechen, desto eher lassen sich Konflikte vermeiden und die Nachfolgeregelung im rechtlichen Sinne in ein tragfähiges Gesamtkonzept einbetten.

UNTERNEHMENSNACHFOLGE ALS PROZESS – DAS WITTENER MODELL


Die WIFU-Stiftung versteht Nachfolge als mehrphasigen Lern- und Entwicklungsprozess. Jede Phase stellt andere Anforderungen an Kommunikation, Entscheidung und Kompetenz. Das Wittener Phasenmodell der Nachfolge beschreibt diesen Prozess in zehn Schritten. Diese reichen von der ersten Sensibilisierung für Nachfolgefragen über Qualifizierung und Rollenklärung bis hin zur Übergabe sowie der begleitenden Unterstützung der NachfolgerInnen.

Das Modell verdeutlicht, dass die Nachfolge in Familienunternehmen nicht nur die Unternehmensübernahme betrifft. Vielmehr handelt es sich um ein Zusammenspiel von Familiensystem, Unternehmensführung und Eigentumsstruktur, das lange vor der formalen Nachfolgeregelung beginnt.

Das Wittener Modell einer familieninternen Unternehmensnachfolge

Das Wittener Modell der Nachfolge beschreibt den Nachfolgeprozess deshalb als langwährenden Prozess, der über die eigentliche Verantwortungsübergabe hinausgeht. Schon mit der Geburt beginnt die Nachfolgefrage und sie endet keineswegs mit der Übergabe der Verantwortung an den Nachfolger. Ihr Verlauf kann in neun typische Phasen eingeteilt werden. Die Dauer der Phasen richtet sich dabei weniger nach Zeiträumen, es geht vielmehr um die jeweils im Zentrum stehende Thematik.

10 GOLDENE TIPPS FÜR DIE UNTERNEHMENSNACHFOLGE IN FAMILIENUNTERNEHMEN


Die folgenden Grundsätze fassen zentrale Erkenntnisse der WIFU-Stiftung zur Unternehmensnachfolge in Familienunternehmen zusammen und unterstützen Unternehmerfamilien dabei, ihren Nachfolgeprozess bewusst zu gestalten:

  1. Thematisieren Sie die Nachfolge!
  2. Unterscheiden Sie zwischen der Nachfolge auf Gesellschafter- und Unternehmensseite!
  3. Beachten Sie die finanziellen, steuer- und erbrechtlichen Implikationen!
  4. Denken Sie an das Unternehmen (ohne Familie)!
  5. Denken Sie an die Familie (ohne Unternehmen)!
  6. Priorisieren Sie die Kompetenz als Auswahlkriterium für die Nachfolgekandidaten!
  7. NachfolgerInnen sollten ihren eigenen unternehmerischen Weg gehen dürfen!
  8. Die NachfolgerInnen, aber auch die SeniorInnen nicht alleine lassen!
  9. Ziehen Sie Alternativen zur familiären Nachfolge in Betracht!
  10. Externer Rat ist nützlich!

Eine ausführliche Beschreibung der Tipps finden Sie in unserem Praxisleitfaden „Nachfolge in Familienunternehmen“.

KOMPETENZEN IN DER NACHFOLGE UND GESELLSCHAFTERKOMPETENZ


Ob eine Nachfolge tragfähig ist, hängt nicht nur von Verträgen und Strukturen ab, sondern stark von den Kompetenzen der NachfolgerInnen. WIFU-Studien zeigen, dass Persönlichkeitsmerkmale, Motivation, Selbstwirksamkeitserleben und die Unterstützung durch die Familie maßgeblich beeinflussen, wie erfolgreich NextGens ihre Rolle annehmen.

Für GesellschafterInnen kommt hinzu, dass sie vielfältige Kompetenzen benötigen: Sie müssen die Logik des Unternehmens und der Familie verstehen, strategische Entscheidungen mittragen und in Gremien verantwortungsvoll handeln.

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WIFU- Wissen: Was ist Gesellschafterkompetenz?
Gesellschafterkompetenz umfasst die Fähigkeiten und Haltungen, die Mitglieder einer Unternehmerfamilie benötigen, um ihre Rolle als (künftige) GesellschafterInnen verantwortlich auszuüben – fachlich, emotional und in der Zusammenarbeit mit Familie und Geschäftsführung.

ERFOLGSFAKTOREN UND HERAUSFORDERUNGEN IN DER UNTERNEHMENSNACHFOLGE


„Nachfolge gesucht“: Viele Unternehmerfamilien stehen früher oder später vor der Herausforderung, eine geeignete Nachfolge zu finden. Die abgebende Generation möchte die Verantwortung abgeben, doch oft ist noch unklar, wer als Nachfolgerin oder Nachfolger infrage kommt und wie der Übergang im Nachfolgeprozess gestaltet werden soll. Forschung und Praxis zur Unternehmensnachfolge in Familienunternehmen zeigen, dass bestimmte Faktoren entscheidend für das Gelingen solcher Prozesse sind.

Typische Herausforderungen:

  • emotionale Blockaden in der abgebenden Generation
  • ungeklärte Rollen und Erwartungen innerhalb der Unternehmerfamilie
  • unterschiedliche Ziele und Werte der Generationen
  • fehlende Einbindung der nächsten Generation, insbesondere von Nachfolgerinnen
  • unzureichende Abstimmung rechtlicher, steuerlicher und familiärer Aspekte

Wichtige Erfolgsfaktoren:

  • frühzeitige Nachfolgeplanung
  • transparente Entscheidungsprozesse
  • klare Governance-Strukturen (z. B. Familienstrategie, Familiencharta, Gremien),
  • systematische Entwicklung von Gesellschafterkompetenz
  • Räume für Generationendialog und Konfliktbearbeitung
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WIFU-Wissen: Family Governance
Family Governance umfasst alle Regeln, Strukturen und Prozesse, mit denen Unternehmerfamilien ihre Zusammenarbeit organisieren. Dazu zählen unter anderem Familienverfassungen, Familienstrategien, Gremien und Dialogformate. Diese Instrumente unterstützen dabei, Entscheidungen transparent zu treffen und Konflikte frühzeitig zu erkennen.

FORSCHUNG UND WISSENSTRANSFER


Die WIFU-Stiftung nimmt seit vielen Jahren die Erfolgsfaktoren, Herausforderungen und Entwicklungen der Unternehmensnachfolge in Familienunternehmen in den Blick. Themen sind unter anderem:

  • Nachfolgeprozesse über mehrere Generationen
  • weibliche Nachfolge
  • Familienstrategie und Governance-Strukturen
  • Gesellschafterkompetenz und Rollenverständnis
  • Konflikte, Krisen und deren Prävention

Die gewonnenen Erkenntnisse werden in Publikationen, Lehrangebote und Veranstaltungen eingebracht. So unterstützt die WIFU-Stiftung Unternehmerfamilien dabei, ihre Nachfolge bewusst und gut vorbereitet zu gestalten.

Aktuelle Forschungsprojekte

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WIFU-Wissen: Weibliche Nachfolge in Familienunternehmen
Nachfolgerinnen übernehmen immer häufiger zentrale Rollen in Familienunternehmen. Studien der WIFU-Stiftung zeigen, dass ihre Nachfolge von besonderen Erwartungen, Rollenkonflikten und strukturellen Rahmenbedingungen geprägt ist. Gleichzeitig eröffnen sie neue Perspektiven für Führung und Unternehmenskultur.

 

Weiterführende Informationen zum Thema Nachfolgerinnen finden Sie in unserem Praxisleitfaden Töchter in der Nachfolge: Wie aus Nachfolgerinnen Vorreiterinnen werden.

FORSCHUNGSPROJEKTE UND VERANSTALTUNGEN ZUM THEMA NACHFOLGE


Mit Formaten wie dem WIFU-Forum Familienunternehmen und dem WIFU@Nachfolge-Stammtisch fördert die WIFU-Stiftung den Austausch zwischen Unternehmerfamilien, Wissenschaft und der Nachfolgegeneration.

Diese Angebote geben Familien die Möglichkeit, ihre Erfahrungen auszutauschen, bewährte Vorgehensweisen kennenzulernen und Nachfolgeprozesse bewusster zu gestalten.

FORSCHUNGSPROJEKTE

  • Frauen in Familienunternehmen – Töchter in der Nachfolge
  • Zukunftstrends in der Nachfolge [abgeschlossen]

FAQ – Häufige Fragen zur Nachfolge in Familienunternehmen


Welche Phasen der Unternehmensnachfolge gibt es?
Die Unternehmensnachfolge durchläuft mehrere Phasen – von den ersten Gesprächen über die Qualifizierung der
NachfolgerInnen bis hin zur Übergabe und anschließenden Begleitung. Das Wittener Modell der Nachfolge strukturiert
diesen Prozess und unterstützt Unternehmerfamilien dabei, sich besser zu orientieren.
Wer erbt das Unternehmen in der Nachfolge?
Wer ein Unternehmen erbt, hängt von erbrechtlichen Regelungen, Testamenten und gesellschaftsrechtlichen
Vereinbarungen ab. In der Nachfolgegestaltung wird zusätzlich berücksichtigt, wie Verantwortung, Rollen und
Entscheidungsbefugnisse innerhalb der Unternehmerfamilie verteilt sind.
Was ist bei der Unternehmensnachfolge besonders zu beachten?
Besonders wichtig sind eine frühzeitige Planung, klare Rollenverteilungen, transparente Kommunikation,
geeignete Governance-Strukturen sowie die gezielte Entwicklung der notwendigen Kompetenzen in der nächsten
Generation.
Wie unterstützt die WIFU-Stiftung Familienunternehmen im Bereich der Unternehmensnachfolge?
Die WIFU-Stiftung unterstützt Familienunternehmen durch Forschung, Studien, Praxisleitfäden, Veranstaltungen
und Dialogformate. Dadurch wird wissenschaftlich fundiertes Wissen gezielt in die Praxis der Unternehmerfamilien
übertragen.

KONTAKT


Unternehmerfamilien, die sich mit der Nachfolge im Familienunternehmen beschäftigen, finden bei der WIFU-Stiftung Ansprechpersonen für:

  • Fragen zur Gestaltung von Nachfolgeprozessen
  • Hinweise auf passende Veranstaltungen
  • Zugang zu praxisnaher Literatur

    Hallo, ich bin Callista!
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